
„Er ist 46 und hat schon viel erlebt, gerade im linken Spektrum Baden-Württembergs – das gehört nicht unbedingt zur DNA des Bundeslands. Luigi Pantisano war Gemeinderat, wäre er beinahe Oberbürgermeister geworden und sitzt heute als einziger Abgeordneter für Stuttgart im Bundestag. Jetzt will Pantisano Bundesvorsitzender der Linken werden und steckt sich große Ziele: „Die zurückzugewinnen, die zu Recht wütend und enttäuscht sind von der Politik.“
In Konstanz steht in Erinnerung an ihn sogar eine Laterne. Die hätte ein grün-rot-rot strahlender Scheinwerfer aus dem Südwesten der Republik werden können und sollen. Bloß haben die Landesverbände von Grünen, SPD und Linken kläglich versagt.
2009 wurde er „Quartiersmanager“ in Konstanz, die Jobbeschreibung blieb unpräzise. Er selbst sprach nachträglich von einem „desaströsen Start“, weil gar nicht klar gewesen sei, wie die Arbeit an der „sozialen Stadt“ eigentlich aussehen muss.
Er bastelte am Konzept. Noch ehe der Grüne Winfried Kretschmann als neuer Ministerpräsident anno 2011 seine „Politik des Gehörtwerdens“ erfand, setzte Pantisano auf Beteiligung. Ein Nachbarschaftsgarten entstand, aus einer gemeinsamen renovierten Arztpraxis wuchs das Quiartierszentrum eines Stadtteils namens Berchen-Öhmdwiesen. Jugendliche baten dort um eine Straßenlaterne am Skatepark, um die kurzen Winternachmittage zu verlängern.
Dank Pantisanos Engagement und dem Sponsoring der Energie Baden-Württemberg (EnBW) leuchtete irgendwann tatsächlich eine Laterne am Skatepark. Sein Name ist im linken Lager und bei Grünen inzwischen weit über Konstanz hinaus bekannt. Schließlich, zur OB-Wahl 2020, lag es ziemlich nahe, in der „Stadt zum See“, den CDU-OB Uli Burchardt herauszufordern.“

